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Ankunft und Miyajima

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Nachdem ich um 13 Uhr im Hostel angekommen war, konnte ich mein Gepäck dort lassen, Check-In war jedoch erst ab 16 Uhr, also zog ich los um ein Bisschen die Gegend zu erkunden, ein Paar Sachen zu kaufen und natürlich um Geld abzuheben.

Nachdem die „Einkäufe“, was zu Essen und Trinken, erledigt waren lief ich ein bisschen in Miyajimaguchi (Eingang zu Miyajima) herum, um zu schauen was sich so verändert hatte. Da das Wetter schön war beschloss ich schließlich noch auf die Insel Miyajima zu fahren. Eine Fahrt mit der Fähre dauert ca. 10 Min und kostet 170 Yen, was umgerechnet ganz grob 1,60 € ist. Auf Miyajima, welches als eine der drei schönsten Landschaften in Japan zählt, steht der Itsukushima Schrein mit dem relativ bekannten Torii davor im Wasser.

Miyajima ist voll mit Rehen, die einfach zwischen den Leuten herumlaufen. Direkt bei der Ankuft stehen Schilder dass man aufpassen soll, da die Rehe gerne Karten und Plastiktüten usw essen, was wirklich nicht untertrieben ist. Die Rehe sind so dreist, dass sie sich teilweise von hinten anschleichen und versuchen einem Papier oder anderes potentielles Essen aus der Tasche zu klauen…. In Japan sind halt selbst die Tiere Ninjas. Wegrennen ist übrigens auch zwecklos, da sie einen gnadenlos, teilweise sogar im Rudel verfolgen 😀

 Bei dem schönen Wetter war es natürlich brechend voll, wobei die meisten Besucher natürlich Japaner waren. Überall wurden Fotos gemacht, mit allem was nur irgendwie möglich war, Digicam, Spiegelreflex, Handy, iPad und viele kleine Kinder fotografieren anscheinend gerne mit ihrem Gameboy. Da gerade Ebbe war, konnte zum zu dem Torii hinlaufen, welches normalerweise im Wasser steht. Dies ist ein besonders beliebtes Motiv bei den Japanern. Der Schrein an sich ist übrigens im Titelbild der Seite zu sehen und ist wirklich sehr schön, kostet jedoch Eintritt, wie so ziemlich alles in Japan. Das lustige ist, auf der anderen Seite des Schreins könnte man einfach hineinlaufen, das einzige was jeden braven Japaner natürlich davon abhält ist  ein Schild mit „No Entry“, aber ein Tor oder abgesperrt ist es nicht, trotzdem wird sich daran gehalten (in Deutschland wäre das unmöglich).

Kurz vor 16 Uhr beschloss ich zum Hostel zurückzukehren, da ich relativ müde und geschafft vom langen Flug war. Ich konnte einchecken und meine Sachen verstauen und traf natürlich alte Bekannte wieder, welche ich vom letzten mal kannte. Wie sollte es auch anders sein wohnen momentan auch noch zwei deutsche Chemiestudenten hier, wie sollte es auch anders sein wenn man nur 10000 km von Zuhause weg ist. Abends haben wir noch gemeinsam versucht Sushi zu machen, wobei die Form jedoch sehr schnell an Bedeutung verlor 😉

Das Wetter am nächsten Tag war genauso wie in Deutschland als ich los geflogen bin, es war kalt, bewölkt und es regnete. Eigentlich wollte ich im Hostel bleiben und ein paar Sachen erledigen, jedoch wurde ich vom Besitzer des Hostels gefragt, ob ich vorhätte nach Miyajima zu fahren und ob ich ihm evtl etwas mitbringen könne. Ich willigte ein eine „Taimatsu“ (たいまつ) zu holen. Taimatsu ist eine Art Fackel ohne Stiel, welche hier in der Gegend wohl nur auf Miyajima hergestellt wird. Bewaffnet mit nur einer Karte und einem Zettel, auf welchem in japanisch stand, was ich haben wollte (oder was für ein Idiot ich bin, ich kann es ja nicht lesen…) machte ich mich auf die Suche nach der Fackel. 

Nachdem ich ein wenig umhergeirrt war, da ich den Shop einfach nicht finden konnte, fragte ich schließlich zwei ältere Damen und versuchte ihnen zu erklären wo ich hin muss. Sie waren sich anscheinend nicht einig und auch der Einsatz der Karte war vergebens. Als ich ihnen jedoch sagte ich wolle eine Taimatsu haben wussten sie direkt worum es geht und konnte mir auch zeigen wo es war, wir standen praktisch davor… Das Problem war nur der Laden sah eher aus wie ein Büro und war ein wenig versteckt, hätte ich nicht gefragt würde ich wohl jetzt noch suchen. Im Laden sagte ich ich würde gerne die mysteriöse Taimatsu in meinen Besitz bringen und gab zur Unterstützung noch meinen Zettel mit der geschriebenen Bestellung ab. Die Verkäuferinnen fanden das ganze relativ lustig und redeten auf mich in Japanisch ein, was ich natürlich nicht verstand, worauf sie noch mehr Japanisch mit mir redeten. Schließlich konnte eine der Damen 2-3 Brocken Englisch und frage mich wo ich herkam. Als ich mit „doitsu des“ (ich bin aus Deutschland) antwortete, war sie sehr angetan, da sie wohl vor kurzem in Deutschland gewesen war und es dort so schön fand, was sie mir zu erklären versuchte. Nachdem ich im Tausch gegen 1000 Yen die Fackel erhalten hatte, ging ich zum Hostel zurück, da es immer noch nur am regnen war, mein erstes Abenteuer war jedoch bestanden. Auf dem Rückweg traf ich eine der alten Damen wieder, die sich riesig darüber freute, dass sie mich mit der Fackel in der Hand sah.

Im Hostel kamen viele neue Gäste an und man tat das übliche, man aß, man trank und man trank ein bisschen mehr und hatte natürlich jede Menge Spaß. Ich kann jedem der mal in die Kansai Region kommt und irgendwo in der Nähe von Hiroshima eine Bleibe sucht nur empfehlen zu Backpackers Miyajima zu gehen. Die Belegschaft ist super freundlich und hilfsbereit und die Atmosphäre ist eher familiär, nicht so distanziert wie in anderen Hostels!

Das wars soweit von mir, heute soll es wieder einigermaßen sonnig werden und nicht regnen, vielleicht komm ich ja dazu noch ein Paar gescheite Fotos zu machen, wer weiss… Also dann, またね (Bis bald)!

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2 comments

Jasmin Dezember 29, 2012 - 01:01

Wahnsinn ich fühl mich grad als mach ich selbst die Reise 😉 viel Spaß noch!!!

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Marina Dezember 29, 2012 - 10:03

Haha! Ganz sicher stand da was anderes auf dem Zettel! ^^ Aber schön, dass du gut angekommen bist und direkt missbraucht wirst ;D

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