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Porto bei Nacht

Portugal – Tag 1 – Porto (Teil2)

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Nachdem ich mich auf der Aussichtsplattform ausgetobt hatte wollte ich noch unbedingt die Seitenstraße die ich zuvor gesehen hatte erkunden. Gesagt, getan. Ich machte mich auf den Weg und ging in die ungepflasterte Straße hinein. Rechts und links von mir parkten Autos, es schien wohl die einzige Parkgelegenheit in der Gegend zu sein und daher auch sehr beliebt. Vom Aussichtspunkt aus hatte ich gesehen, dass sich dort unten Katzen zwischen den Autos herumtrieben, jedoch konnte ich jetzt keine entdecken. Die Straße endete kurz nachdem sie angefangen hatte im Grünen und dort entdeckte ich auch die Katzen. Diese erschienen mir alle noch recht jung, wild und scheu.



Jemand hatte sich wohl der Kätzchen angenommen, denn entlang des Weges konnte ich einige „Behausungen“  finden in denen sich die Katzen niedergelassen hatten. Ich konnte ein paar Fotos machen, ging ich jedoch zu nah ran hauten alle immer ab, wahrscheinlich bekommen sie nicht so oft Besuch von Fremden. Der Weg endete schließlich in einem grasüberwachsenen Gemäuer, man konnte noch etwas weiter klettern, aber dann gab es kein Weiterkommen mehr.

Aussicht aus dem Grünen

Die Aussicht war jedoch sehr schön. Von hier aus konnte man auch die ganzen verfallenen Häuser sehen, die unten am Flussufer stehen. In Deutschland wären das Millionen- (Milliarden-) Gräber und somit undenkbar. Für mich machen aber grade diese Häuser auch einen Großteil des Charmes von Porto aus. Unten am Ufer stand auch eine halb verfallene Kirche, die mich besonders faszinierte und ich nahm mir mehrfach vor dort vorbeizuschauen um zu gucken ob ich hineinkommen würde. Am Ende habe ich es jedoch leider nicht mehr geschafft. Schade. Auf dem unteren Bild könnt ihr sie noch erkennen.

Hier endete der Weg

Ich ging den Weg wieder zurück an all den Katzen vorbei, die sich in der Sonne sonnten (wo auch sonst?). Von hier aus hätte ich direkt über den oberen Teil der Brücke zurückgehen können, ich hatte jedoch noch die Rückfahrkarte der Seilbahn, worüber ich mich dann doch ein wenig ärgerte. Das Ticket verfallen zu lassen kam jedoch nicht in Frage, also machte ich mich zurück zur Seilbahn um wieder nach unten zu fahren. Unten angekommen begab ich mich auf die Suche nach etwas zu Essen, denn ich hatte mittlerweile mächtig Hunger.  Die Straßen waren voll gepflastert mit Restaurants und Touristen und ich konnte mich nicht so recht entscheiden, wo und was ich essen wollte. Am Ende landete ich im Restaurant hinter der Bank auf der ich früh morgens gesessen hatte, da ich keine Lust hatte weiter zu suchen. Dass es nicht das kulinarische Erlebnis sein wird wusste ich, jedoch dachte ich wenn dort so viele Touristen essen kann es ja nicht so schlecht sein. Weit gefehlt. Voller Zuversicht bestellte ich mir Kabeljau, was wohl das Lieblingsgericht der Portugiesen ist. Der Fisch war frittiert, schwamm in Fett, bestand zu 50% aus Gräten und dem Rückgrat und wurde mit zwei halben Zwiebelringen und Pommes serviert. So kann man auch 10€ zum Fenster rauswerfen. Der Kellner hatte auch noch nichts von der Freundlichkeit der Portugiesen mitbekommen und schaffte nicht mal ein vorgespieltes Lächeln. Wenn ich so einen Fraß servieren müsste wäre meine Laune jedoch auch entsprechend. Zusätzlich musste ich über eine halbe Std. auf meine frittierten Gräten warten, in der Zeit kamen einige Leute, aßen und gingen wieder. Es sollte meine erste und letzte Mahlzeit an diesem Tag sein, Hunger hatte ich danach keinen mehr.

Reisetagebuch schreiben auf der Dachterrasse

Nach der „Stärkung“ ging ich zurück ins Hostel um einzuchecken. Die Mädels von der Rezeption waren, im Gegensatz zum Kellner sehr freundlich und hilfsbereit. Ich bezog mein Zimmer und wollte mir danach als erstes die Dachterrasse anschauen. Diese war einer der Hauptgründe, neben der Lage, warum ich dieses Hostel gewählt hatte. Ich wusste sofort, dass ich mich richtig entschieden hatte, denn die Aussicht war grandios. Nachdem ich dort oben kurz verweilt hatte zog ich los um einen Supermarkt zu finden. Es dauerte auch gar nicht so lang bis einer gefunden war und ich mir ein wenig Wasser kaufen konnte. Ich wunderte mich noch wie denn das Wasser 19 Cent kosten könne, wenn davon 25 Cent Pfand sind, bis mir auffiel, dass es ja nicht überall Pfand gibt. Auf dem Rückweg entdeckte ich einen Supermarkt quasi direkt um die Ecke vom Hostel, das nächste Mal einfach Augen aufmachen. Den Rest des Nachmittages verbrachte ich auf der Dachterrasse und schrieb etwas Reisetagebuch. Für den Sonnenuntergang machte ich mich früh genug los, diesmal wollte ich über den oberen Teil der Brücke gehen. Um dort hin zu gelangen musste ich quasi zwangsweise an der Kathedrale von Porto vorbei.



Ich schaute mir die Kathedrale kurz von Außen an und machte mich dann über die Brücke, da ich den Sonnenuntergang nicht verpassen wollte. Ich machte noch einen kurzen Abstecher zu den Katzen, die sich wohl alle versteckten weil sie dachten „Ach der schon wieder…“. Das Licht war jedoch sehr schön und so konnte ich nicht widerstehen ein paar Bilder zu machen. Die Bäume eigneten sich meiner Meinung nach besonders gut für Gegenlichtaufnahmen.

Gegenlicht

Ich hätte dort noch Stunden verbringen können, allerdings bewegte sich die Sonne stetig dem Horizont zu, so dass ich endlich hoch zum Kloster ging, wo ich schon am Vormittag gewesen bin. Der Sonnengang zog sich recht lang bis es wirklich dunkel wurde. Insgesamt war ich über 2.5 Std dort oben. Ich war wirklich froh, dass ich meine Jacke mitgenommen hatte, da es doch sehr windig und dadurch kühl wurde. Die Aussicht von dort oben ist einfach nur spektakulär und wahrscheinlich die beste in Porto. Falls es euch also mal nach Porto verschlägt unbedingt von dort den Sonnenuntergang anschauen! Man kann ja auch die ein oder andere Flasche Wein mitnehmen. Aber damit ihr wisst was ich meine hier ein paar Bilder:



Als ich mich schlussendlich zurück zum Hostel machte konnte man immer noch ein leichtes lila glühen am Horizont sehen. Auf dem Rückweg zum Hostel wurde ich 3 Mal nach dem Weg gefragt … ich muss wohl aussehen wie ein Einheimischer 😉 Zurück im Hostel ging ich nochmal in den Common Room im 5. Stock von wo aus man auf die Dachterrasse kommt. Dort traf ich noch 2 Deutsche, die auch gerade in Portugal am rumreisen waren. Sie wollten am nächsten Tag mit dem Mietauto nach Braga fahren um sich ein Fußballspiel anzuschauen. Die Karten wollten sie vor Ort jemandem abkaufen. Ob das klappen würde?

Ich war der Meinung schon recht viel von Porto gesehen zu haben und nahm mir für den nächsten Tag nur vor zum Aussichtsturm der Kirche, welche die ganze Stadt überragt zu gehen. Eventuell würde ich noch an den Atlantik fahren da es dort einen Leuchtturm gibt, den ich gern fotografieren wollte.

Kloster “Serra do Pilar” bei Nacht

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2 comments

Martin Pitsch November 8, 2015 - 13:42

Hallo Peter,

so ein (Kurz-)Urlaub hat schon. Einfach mal raus aus dem Alltag. Sich losgelöst von alltäglichem treiben lassen, seinen Interessen widmen.

Ein schönen Reisebericht mit wunderbaren Fotos, die Lust machen auf sofortige „Reise buchen“.

Sind das alles Freihand-Aufnahmen oder hattest Du ein Stativ mit?

LG,
Martin

Reply
Peter November 8, 2015 - 13:50

Hallo Martin,

ja Portugal ist auf jeden fall eine Reise wert, Ryanair fliegt ja ganz günstig, das lohnt sich theoretisch auch für ein Wochenende.
Die Aufnahmen sind alle bis auf die letzten 4 bei Sonnenuntergang/Nacht freihändig gemacht.Für die Letzten hab ich ein Stativ genommen, da hier zum Teil auch Verlaufs- und/oder Graufilter mit im Einsatz waren, oder die Belichtungszeit einfach zu lang gewesen wäre.

LG
Peter

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