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Portugal – Tag 2 – Porto

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Am zweiten Tag wachte ich schon recht früh auf, so dass ich mir den Sonnenaufgang von der Dachterrasse aus anschauen konnte. Die Stadt war noch in Nebel gehüllt, als die ersten Sonnenstrahlen diesen gelb färbten. Je mehr die Sonne raus kam, desto mehr verzog sich auch der Nebel, der Tag konnte beginnen.

Sonnenaufgang

Da im Hostel das Frühstück mit inbegriffen war, gab es erstmal ein einfaches, aber gutes Frühstück. Zwei Sorten Cornflakes, Brötchen, Käse, Marmelade, Tee, Kaffee, Milch und O-Saft. Letzteren hätte man sich auch sparen können, eine Orange hatte er wohl nur auf dem Etikett gesehen, der Rest schmeckte jedoch gut. Beim Frühstück kam man ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass Mayko, auch ein Deutscher, zum Atlantik wollte. Da ich ja auch zum Leuchtturm wollte beschlossen wir später zusammen dort hin zu gehen. Nachdem ich mich einige zeit mit der Übertragung der Fotos von der Speicherkarte zum iPad rumgeärgert hatte, ich aber dann doch zumindest ein Paar übertragen konnte ging es auch schon los.

Die alte Bahn

Es waren sonnige 26-28°C und wir machten uns auf den Weg Richtung Atlantik und Leuchtturm. Zuerst gingen wir runter zum Ufer des Flusses und folgten diesem dann einfach, vorbei an all den schönen traditionellen portugiesischen Häuschen, welche zum Teil verfallen waren. Dem Fluss folgt eine alte Tram Linie bei der an den Endhaltestellen die Verbindung zur Oberleitung noch per Hand auf die andere Seite umgelegt werden muss, damit diese nach hinten und nicht nach vorne zeigt und sich somit nicht verkanten kann.

Der Douro mit Bewohnern

Am Flussufer standen viele ältere Herren, die am Angeln waren. Ich dachte mir, wenn ich hier leben würde, würde ich es wohl genauso machen, ein entspanntes Leben. Auf unserem Weg trafen wir auch zwei ältere portugiesische Damen, welche uns wohl Deutsch sprechen gehört hatten. Da zumindest eine der Beiden schon länger in Deutschland wohnte sprach sie uns an un fragte wo wir herkämen, wie lang wir bleiben würden und was wir noch so vor hatten. In ihrer sehr herzlichen Art erzählte sie uns wie sehr sie Portugal mag, wie gut die Luft ist, aber auch dass Deutschland seine guten Seiten hat, nur das Klima würde ihr dort nicht so gut gefallen. Sie erzählte auch von ihren Töchtern und sie hätte wohl auch eine sehr schöne Tochter in meinen Alter, die ich wohl hätte kennenlernen sollen, jedoch wohnt diese momentan leider in der Schweiz, schade. Nachdem uns die Damen einige Zeit lang begleitet hatten machen sie sich auf den Rückweg, da es bis zum Atlantik wohl noch 45 Minuten Fußmarsch wären und so weit wollten sie nicht laufen.



Der weitere Weg bis zum Atlantik war wirklich schön angelegt. Von Weitem konnte man schon die Gischt sehen, welche an der Mauer zum Atlantik hoch spritzte. Die Mauer neben dem, zugegebener Maßen, etwas mickrigem Leuchtturm „Farol de Felgueiras“ wurde teilweise sogar komplett vom Wasser überspült und auch rechts und links des Leuchtturmes spritzte es überall an den Mauern hoch. Man konnte richtig die Kraft spüren, die hinter den Wellen steckte.



Nachdem wir uns das Spektakel einige Zeit angesehen hatten folgten wir der Küste Richtung Norden. Hier konnte man eine ganz andere Seite von Porto erleben, viele neue Häuser und Hotelanlagen. Weiter im Norden befand sich noch ein recht großer, schöner, aber wahrscheinlich wegen der Jahreszeit recht leerer Strand. Die Anlage entlang der Küste war wirklich schön und auch recht sauber. In verschiedenen Abständen gab es immer verschiedene Staturen zu bewundern. Entlang der Straße kurz vor dem Ufer gab es einige sehr schöne Häuser, die teilweise leider verlassen und/oder verfallen waren. Ich hätte dort gern gewohnt.



Kurz bevor wir den großen Strand vor den Hotelanlagen erreichten gab es auf unserer rechten Seite einen größeren Park. Durch diesen wollten wir uns auf den Rückweg zum Hostel machen, da wir mittlerweile schon ein ganz schönes Stück gelaufen waren. Im Park befanden sich mehrere Teiche mit vielen verschiedenen Vögeln wie Enten, Gänse und Reiher. Wir folgten dem Weg durch den Park und hin und wieder roch es recht intensiv nach Propangas. Leider konnten wir nicht herausfinden woher der Geruch kam, auch der Versuch ein paar Gärtner zu fragen brachte und wegen der Sprachbarriere nicht weiter. Die Strecke durch den Park war recht lang und so langsam wurde der Rucksack mit Kameraequip, Wasserflasche und Stativ schwer und wir beschlossen nach dem Park etwas essen zu gehen, denn es war schon nach 14 Uhr.



Nach einiger Zeit fanden wir einen Imbiss, weit ab von allen Touristen, so beschlossen wir dort etwas zu essen. Ich bestellte mir einen Francesinha, eine portugiesische Spezialität die wohl aus Porto stammt. Hierbei handelt es sich um ein Sandwich mit vielen verschiedenen Zutaten der mit Käse überbacken ist. Meiner bestand hauptsächlich aus Fleisch und wurde mir in einer Art Tomatensoße serviert. Geschmacklich war es in Ordnung, auf jeden Fall viel besser als der Fisch am Vortag, günstig war es jedoch mit 8,50€ für einen Sandwich mit Pommes auch nicht grade. Dazu bestellten wir noch Bier, wir wollten eigentlich ein kleines, uns wurden 2 verschiedene Gläser gezeigt, die jedoch nur anders aussahen aber beide 0,4L fassen konnten. Was der Unterschied sein sollte weiß ich bis heute nicht.

Francesinha

Auf dem Rückweg kamen wir durch ein Wohnviertel. Nachdem wir dort etwas umhergeirrt waren da wir in einer Sackgasse gelandet waren, beschlossen wir zurück zum Wasser zu gehen. Laut der Karte sollte es nicht weit sein. Als wir um eine Ecke bogen war das erste was mir auffiel das ausgebrannte Auto das auf der Straße stand. Gegenüber waren etwas runtergekommene Hochhäuser mit Graffiti. Ich wollte unbedingt das Auto fotografieren und machte mich auf den weg. Meine Kamera hatte ich griffbereit noch am Gurt über die Schulter hängen. Mayko meinte ich sollte besser die Kamera wegpacken, was auch mehr und mehr meine Gedanken wurden je mehr ich mich umsah. Es kam auch schon die erste Person uns hinterhergelaufen der mit Nachdruck „no photos!“ rief. Ich packte die Kamera schnell weg. Neben uns in einem Auto rauchten sie Heroin von einer Folie, wir waren wohl im Ghetto gelandet. 20 Meter weiter saß ein Mann an einer Mauer, die Spritze noch im Arm steckend. Generell wurden wir von überall misstrauisch beäugt, viele Touristen kommen hier wohl nicht hin. Noch ein kleines Stück weiter hatten sich ein paar Leute aus Pappkartons und Boxen eine Hilfsbehausung in einer Ruine gebaut. Wir folgten der Straße weiter, da sie uns direkt zum Wasser führen sollte.

Überwachsene Ruine

Nachdem wir der Straße den Berg runter folgten standen wir einige hundert Meter später wieder am Wasser. Ich wundere mich noch heute darüber dass das Ghetto so nah am Wasser liegt, Touristen doch durchaus mal ausversehen hinlaufen könnten. Die Straße die das Viertel mit dem Wasser verbindet ist auch direkt hinter einem Hotel. Einen schönen Panoramablick haben die Junkies aus ihren Hochhäusern auf jeden Fall. Eigentlich hätten wir nur noch dem Fluss zurück zum Hostel folgen müssen, allerdings machten wir noch einen Umweg um uns noch ein wenig in der Altstadt von Porto umzuschauen. Wir kamen auch an der Igreja dos Clérigos, der Kirche mit dem Aussichtsturm vorbei. Da wir allerdings schon über 26km gelaufen waren hatte niemand mehr Lust noch die ganzen Treppen hoch zu laufen. Der Zeitpunkt wäre perfekt gewesen, es war kurz vor Sonnenuntergang, aber auch das konnte uns nicht mehr dort hoch bewegen. Stattdessen schauten wir uns die Kirche an, diese kostete im Gegensatz zum Turm auch keinen Eintritt.



Von der Kirche aus machten wir uns auf den Rückweg zum Hostel. Auf dem Rückweg kaufte ich noch eine Flasche Portwein und ein paar Snacks. Wenn man schon in Porto ist kommt man ja nicht drum herum mal den Portwein zu probieren. Pünktlich zum Sonnenuntergang saßen wir dann auf der Dachterrasse und verzehrten die gekauften Sachen. Ein ereignisreicher Tag ging zu Ende und ich schlief wirklich gut diese Nacht.



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