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Carl Zeiss Distagon T* 21mm f/2.8 ZF.2 Review

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Carl Zeiss Distagon T* 21mm f/2.8 ZF.2

Carl Zeiss Distagon T* 21mm f/2.8 ZF.2

Einleitung

Nach meinem Review des Carl Zeiss Distagon T* 18mm f/3.5 ZF.2 darf natürlich auch das Review des Carl Zeiss Distagon T* 21mm f/2.8 ZF.2 nicht fehlen. Auch dieses wurde mir freundlicherweise von der Firma Zeiss zum Testen bereitgestellt. Das 21mm hat einen durchaus besseren Ruf als sein Bruder das 18mm, ob dies gerechtfertigt ist wollte ich rausfinden, zumal ich 21mm als Brennweite sehr angenehm finde und sehr zu schätzen gelernt habe, seitdem ich damals mit 15mm am crop fotografiert habe.

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/5, 1/60 Sek, ISO 800, Nikon D600

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/5, 1/60 Sek, ISO 800, Nikon D600

Technische Daten

Das Zeiss Distagon 21mm ist mit einer länge von ca. 110 mm immer noch ein ganzes Stück kleiner als das Nikon AF-S 14-24mm und mit seinen 600-700g (je nach Version) auch noch um einiges leichter. Genau wie auch das 18mm Distagon, so hat auch das 21mm ein Einschraubgewinde mit 82mm Durchmesser und nimmt somit noch Filter mit einer mehr oder weniger Standardgröße. Einen Autofokus gibt es hier, wie bei allen Zeiss Objektiven für Nikon und Canon, aus Patentrechtlichen Gründen, nicht. Das manuelle Fokussieren funktioniert jedoch wunderbar und der Autofokusring läuft butterweich. Die Gegenlichtblende ist für das 21 und 18mm die gleiche, was sehr praktisch ist wenn man beide besitzt.  Wie auch schon beim 18mm ist das Objektiv und die Geli mit einem Indikator versehen um die Geli richtig aufzusetzen. Es ist nämlich auch möglich sie schräg aufzusetzen und festzudrehen, sodass sie einen Teil des Bildfeldes abschattet.  Durch eine minimale Fokusdistanz von 22 cm kann man sehr nah an Objekte ran und kann so spannende Perspektiven nutzen. Dies macht das Objektiv jedoch nicht zu einem Makro Objektiv, dafür ist die Brennweite einfach zu gering. Unten noch ein Größenvergleich zwischen dem Zeiss Distagon 18mm, Nikon AF-S 14-24mm und dem Zeiss Distagon 21mm.

Vergleich: Zeiss 18mm, Nikon 14-24mm, Zeiss 21mm

Vergleich: von links Zeiss 18mm, Nikon 14-24mm, Zeiss 21mm

Erster Eindruck

Nach Öffnen der Verpackung bekommt man zuerst alle Möglichen Dokumentationen zu Gesicht, unter anderem auch die Checkliste der Endabnahme, mit der Unterschrift des zuständigen Mitarbeiters. Dies finde ich immer sehr nett und es gibt der ganzen Sache eine persönliche, individuelle Note. Das Objektiv selbst kommt mit Front- und Rückdeckel, sowie Gegenlichtblende. Es liegt gut in der Hand und hat meiner Meinung nach genau die richtige Größe, es wirkt nicht so gedrungen die was 18mm und nicht so klobig wie das 14-24mm. Die Verarbeitung ist Zeiss typisch sehr gut, das Objektiv besteht quasi nur aus Metall und Glas und macht einen sehr soliden, jedoch trotzdem präzisen Eindruck.

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/8, 1/250 Sek, ISO 100, Nikon D600

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/8, 1/250 Sek, ISO 100, Nikon D600

Performance

Das wichtigste jedoch ist, wie sich das Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2 in der Realität schlägt. Ich hatte das Objektiv knapp 4 Wochen bei mir und habe einige Fotos gemacht. Hierbei wusste das Objektiv auch definitiv zu überzeugen. Es ist das bis jetzt schärfste (Ultra-)Weitwinkel was ich vor der Kamera gehabt habe. Grade bei Offenblende ist es doch nochmals schärfer als das Nikon (14-24), am Rand sowie in der Mitte. Das Nikon holt beim Abblenden auf, erreicht jedoch nie ganz das gleiche Level wie das 21mm Zeiss, welches über eine sehr hohe Auflösung verfügt. Das 21mm ab Offenblende sehr scharf, die ganz extremen Ränder holen beim Abblenden noch etwas auf und sind bei Blende 5.6 auch sehr scharf. An harten Kontrastkaten treten sehr dünne Farbfehler auf, welche sich jedoch mit einem Klick in Lightroom restlos entfernen lassen. Das untenstehende Bild zeigt einen 100% Crop des rechten Bildrandes mit und ohne Korrektur in Lightroom.

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/8, 0.6 Sek, ISO 100, Nikon D600, CAs

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/8, 0.6 Sek, ISO 100, Nikon D600, CAs

Vignettierung bei Offenblende ist auch beim 21mm deutlich sichtbar, jedoch nicht so stark und groß wie beim 18mm. Auch verschwindet die Vignettierung beim Abblenden meiner Meinung nach schneller. Das Objektiv hat eine moderate tonnenförmige, jedoch leicht gewellte Verzeichnung. Beides, Vignette  und Verzeichnung lassen sich jedoch sehr einfach mit der Profilkorrektur in Lightroom beseitigen. Die Zeiss typischen Mikrokontraste, welche den so oft besungenen 3D-Effekt erzeugen sind auch bei diesem Objektiv vorhanden. Generell gefällt mir die Art der Abbildung des Objektiv sehr sehr gut. Es zeichnet sich durch sehr hohe Auflösung einen sehr schönen ausgewogenen Kontrast und eine schöne Farbwiedergabe aus.

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/2.8, 1/80 Sek, ISO 800, Nikon D600

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/2.8, 1/80 Sek, ISO 800, Nikon D600

Flares und Ghosts sind kein Problem beim Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2. Bei normalen Gebrauch hat man so gut wie nie damit zu kämpfen, wenn man es jedoch darauf anlegt kann man auch mit diesem Objektiv Flares provozieren. Trotz der etwas gewellten tonnenförmigen Verzeichnung eigentlich sich das Objektiv hervorragend für die Architekturfotografie. Durch die hohe Auflösung und die schönen Mikrokontraste werden auch kleinste Details sehr schön wiedergegeben.

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/5.6, 1/500 Sek, ISO 200, Nikon D600

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/5.6, 1/500 Sek, ISO 200, Nikon D600

 

Fazit

Wie anfangs erwähnt bin ich ein Fan von 21mm Brennweite und habe einige Zeit nach einem passenden Objektiv für das Kleinbildformat gesucht. Mit dem Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2 ist die Suche nun beendet. Es gibt nichts was mich an dem Objektiv wirklich stört, dafür umso mehr was mich an einem Objektiv freut. Die 4 Wochen mit dem 21mm haben mir sehr viel Spaß gemacht und ich wollte es schon gar nicht mehr hergeben. Das Objektiv lässt eigentlich keine Wünsche offen. Es ist Filtertauglich, hat eine sehr schöne Art Bilder zu zeichnen und eine extrem hohe Auflösung, die auch die kommenden Kamerabodys mit viel mehr Megapixeln bedienen sollte. Dass das Objektiv keinen Autofokus hast ist eigentlich kein Problem und manuelles Fokussieren mit dem Objektiv macht auch richtig Spaß. Qualität hat natürlich auch seinen Preis und dieser ist momentan der einzige Grund warum sich das Objektiv noch nicht in meiner Fototasche befindet, wo es innerhalb der nächsten Zeit bestimmt noch landen wird. Um nun schlussendlich die Eingangsfrage, ob es seinem sehr guten Ruf gerecht wird, zu beantworten: Ja das wird es definitiv! Ich kann das Objektiv uneingeschränkt empfehlen!

Pro:

  • Hohe Auflösung
  • sehr scharf
  • resistent gegen Flares und Ghosting
  • filtertauglich
  • gute Größe und Gewicht

Contra:

  • kein Autofokus
  • hoher Preis
  • (Geli kann falsch aufgeschraubt werden)

 

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/5.6, 1.3 Sek, ISO 800, Nikon D600, ND+Polfilter

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/5.6, 1.3 Sek, ISO 800, Nikon D600, ND+Polfilter

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/5.6, 1/3 Sek, ISO 100, Nikon D600

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/5.6, 1/3 Sek, ISO 100, Nikon D600

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/8, 1/60 Sek, ISO 100, Nikon D600

Carl Zeiss Distagon T* 21/2.8 ZF.2, ƒ/8, 1/60 Sek, ISO 100, Nikon D600

 

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4 comments

Volker Bannert Mai 25, 2016 - 11:58

hallo peter!

ich habe mir auch das distagon gekauft und stelle jetzt überrascht fest, dass es bei der stellung auf unendlich nicht scharf ist! erst zwei, drei millimeter vor der unendlich-markierung zeigt es die erwartete schärfe – hattest du das verhalten auch? und wie hast du die schärfe eingestellt: sucher oder live-view?

vielen dank für deine hilfe + gruß,
volker (auch aus ffm :))

Reply
Peter Mai 25, 2016 - 16:01

Hallo Volker,
ich kann mich nicht wirklich dran erinnern das gehabt zu haben. Es ist allerdings keine Seltenheit und teilweise auch Absicht der Hersteller damit die Fokussierung auf unendlich immer gewährleistet ist und nicht z.B. durch Temperaturausdehnung nicht mehr erreicht werden kann. Wenn es nur ein ganz kleinen Stück ist würde ich mir da weiter keine großen Gedanken drüber machen.
Fokussierung fand ich per LiveView immer sehr viel einfacher als mit dem Sucher, zumindest bei meiner D600 damals, da man dort ja nur den kleinen Punkt unten in der Ecke des Suchers hat.
Wenn du in deine Kamera eine Schnittbildscheibe einbauen kannst wäre das sicherlich eine Option, ansonsten ist man mit dem LiveView und ranzoomen meist doch um einiges genauer.

LG
Peter

Reply
Matthias Juli 1, 2018 - 00:40

Hallo Peter,
ich interessiere mich derzeit für ein 21 mm Distagon-Objektiv von Zeiss, das Classic oder das Milvus. Hast du neben dem Classic-Objektiv zufällig auch das neuere Milvus getestet? Ich habe beim Lesen von Reviews zum Upgrade das Gefühl, dass sich neben leichten Verbesserungen (z.B. noch besserer Verhalten bei Flares durch entsprechendes Coating) einige Eigenschaften auch verschlechtert haben könnten. Und noch eine Frage zum Classic, die ich im Web schlecht belegt finde: Das Coma-Verhalten (Astrophtographie) – kannst du mir dazu etwas sagen?

Reply
Peter Juli 1, 2018 - 09:34

Hallo Matthias,
ich selbst hatte das Milvus nur mal für ne Stunde zum testen. Soviel ich weiss hat sich die Optik im Objektiv nicht geändert, es hat ein neues (äußeres) Design und ein verbessertes Coating. Ob das jetzt so viel aus macht, ich glaube es nicht.
Astro habe ich leider kaum mit dem Objektiv fotografiert, aber Coma in den Ecken bei Offenblende hat es, wenn ich mich recht entsinne.
Eine gute Alternative (für F Mount) wäre das Nikon 20mm 1.8, von der Bildqualität ähnlich gut, günstiger, leichter, hat AF und eine höhere Offenblende -> man kann mehr Abblenden für weniger Coma.

LG
Peter

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